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Marshall Heights besenrein  - in 15-Minuten-Besuch in einer unwirklichen Welt

Von Frank Weichhan, MainPost am 25.01.07

Wenn man es nicht besser wüsste, dann wäre der Gedanke gar nicht so abwegig: Die sind gerade mal alle auf dem Klo. Und die Schule da vorne rechts – sicherlich geht gleich die Tür auf und die Kinder kommen mit viel Hallo angestürmt. Aber weder hockt irgendwer auf dem Klo noch öffnet sich auch nur eine einzige Tür. Ein ganzer Stadtteil ohne Menschen, das strapaziert die Vorstellungskraft. Eine unwirkliche Szenerie: 89 Gebäude, 725 Wohnungen – und keine Menschenseele. Die perfekte Kulisse für einen Horrorfilm. Marshall Heights – eine Geisterstadt.

Die Verabredung in einem Kitzinger Kaffee mit Frank Schleehuber bietet die Möglichkeit, vor der 15-Minuten-Rundfahrt ein bisschen ins Plaudern zu kommen. Der Würzburger ist der Türöffner für das ehemalige Soldaten-Wohngebiet. Ohne den Pressesprecher der US-Armee gäbe es an dem deutschen Wachdienst kein Vorbeikommen.

Schleehuber ist ein guter Gesprächspartner. Zum einen, weil er den Job seit neun Jahren macht. Zum anderen, weil er selber ein Beispiel für den eingeläuteten Wandel ist: Sobald die Amerikaner Würzburg verlassen haben, macht auch sein Büro dicht.

Zwar wird er weiter bei den Streitkräften irgendwo als Pressesprecher arbeiten – nur ist sowohl das Wann als auch das Irgendwo noch völlig offen. Wobei sich diese Probleme schlagartig relativieren, als sich eine junge Frau vom Nebentisch in das Gespräch einschaltet. Wie sich herausstellt, ist sie Verkäuferin in der Würzburger Kaserne. Genau gestern flatterte der Zivilangestellten die Kündigung ins Haus. In guten Zeiten hätte Schleehuber hier vielleicht etwas drehen und vermitteln können. Jetzt bleibt auch ihm nichts weiter übrig, als nach einem kurzen Moment des betretenen Schweigens der bald arbeitslosen Frau viel Glück zu wünschen.

Marshall-Heights. Die Schranke geht hoch. Der Wachdienst schützt zwar das Nichts, aber das tut er gründlich. So lange, wie die Amerikaner noch den Daumen auf der 32 Hektar großen Wohnanlage haben, gibt es keine Sperenzchen. Und auch kein angedeutetes Lächeln – Besucher sind hier eher ungebeten. Erst mit der offiziellen Rückgabe des Geländes spätestens im März werden die Wachleute verschwinden. Was einerseits eine gewisse Bedrohlichkeit aus dem Kitzinger Stadtbild nimmt. Andererseits mag man sich gar nicht vorstellen, wem in einer unbewachten Geisterstadt Tür und Tor geöffnet sind.

Nach Ausweis- und Gesichtskontrolle ist der Weg in die verbotene Stadt frei. Als Pendler nach Würzburg hat man so sein Bild, was da linkerhand am Stadtausgang liegt. Ein paar nicht gerade einladende Häuserblocks, mehr nicht.

„Die Übergabe findet innerhalb der nächsten drei Monate statt“

Frank Schleehuber Pressesprecher der US-Armee

Wer schon mal auf dem Parkplatz des Kitzinger Krankenhaus stand, weiß ein wenig mehr: Die paar Häuserblocks dehnen sich ganz schön nach hinten aus. Dass die Marshall Heights so etwas wie ein eigener Stadtteil sind, lässt sich vom gegenüber liegenden Hang zumindest erahnen.

Noch mehr Häuserblocks. Immer mehr. Je versteckter, desto schöner als die an der Bundesstraße. Ein Kraftwerk. Tennisplätze. Basketballplatz. Eine Schule mit Turnhalle – hierher soll bald die Paul-Eber-Schule für ein Jahr wegen der anstehenden Generalsanierung ausgelagert werden. Daneben ein Kindergarten und ein Jugendzentrum. Das Gelände strahlt Großzügigkeit aus. Was nicht zuletzt der amerikanischen Vorliebe geschuldet ist, immer und überall parken zu wollen.

Einmal Berg rauf, dann wieder Berg runter – es wird lauschig. Doppelhaushälften für die höheren Dienstgrade. Vielleicht liegt es am frischen Schnee, aber irgendwie sieht alles sehr jungfräulich aus. Im Oktober vergangenen Jahres ist hier die letzte Familie ausgezogen – seither liegt das Wohngebiet besenrein da. Kein Schnipselchen. Alles wie geleckt. Und gerade als die Frage auftaucht, ob man sich vielleicht doch auf einem fremden Planeten befindet, ein Lebenszeichen: Ein Fahrzeug der Kitzinger Licht-, Kraft- und Wasserwerke dreht seine Runden.

Was sonst noch auffällt: Straßennamen gibt es nicht, hier ist alles durchnummeriert und Häuser heißen schlicht 377 A. Das hartnäckige Gerücht, dass die Amerikaner unendlich viele Katzen zurückgelassen haben, ist wohl nur ein Gerücht: Im Schnee jedenfalls finden sich weder Spuren von Zwei- noch von Vierbeinern. Und dann ist da noch dieser Aushang: Eine Einladung zur großen Party am 28. Juli 2006. Es dürfte der letzte Tanz gewesen sein.

 

 

Rotlicht gegen Mief fällt durch - Belüftungsanlage für Schule

aus der Main Post vom 11.04.08 von Harald Meyer

 

Wenn's um das Energiesparen geht, ist der Kitzinger Stadtrat nicht knausrig. Bestes Beispiel ist die Generalsanierung der D. Paul-Eber-Hauptschule, die am Ende der Bauarbeiten ein Niedrigenergiehaus sein soll.

 

Fast eine Million für Klimaschutz

aus der Main Post vom 14.12.07

Kosten für die Sanierung der D.-Paul-Eber-Schule steigen auf 5,1 Millionen Euro

Die Stadt Kitzingen macht Ernst mit dem Klimaschutz und gibt viel Geld dafür aus. Beispiel: Sanierung der D.-Paul-Eber-Schule. Zusätzliche Maßnahmen zur Energieeinsparung und der Einsatz erneuerbarer Energien in Form einer Hackschnitzelheizung lassen die Kosten von rund 4,2 Millionen auf geschätzte 5,1 Millionen ansteigen.

Trotz dieser Kostensteigerung gab es im Stadtrat eine große Mehrheit für das Vorhaben. Die Sanierung soll zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 starten. Dann weichen Schüler und Lehrer in eine ehemalige amerikanische Schule in der Wohnsiedlung Marshall Heigths aus. Die aus dem Jahr 1966 stammenden Gebäude im Deusterpark am Hindenburgring Nord werden saniert.

Weitgehende Einigkeit

Der Stadtrat diskutierte am Donnerstag noch einmal zwei Stunden die möglichen Varianten. Die hatte der Gutachter Wolfgang Seitz von der EnergieRegion Nürnberg vor einer Woche vorgestellt. Am Ende stand fest: Die Schule wird auf hohem Niveau saniert. Und zwar so, dass der in der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) festgeschriebene Neubaustandard erreicht und um 40 Prozent unterschritten wird. Damit ist Luft genug, um weitere Verschärfungen der Verordnung abzufangen. Die werden vor dem Hintergrund der laufenden Klima-Debatte in den nächsten Jahren erwartet. Technisch bedeutet das, dass das Gebäude „dick eingepackt wird“, wie des Friedrich Haag (Freie Wähler) formulierte. Unter anderem mit einer 30 Zentimeter starken Dämmung des Dachs und einer 14 Zentimeter starken Dämmung der Fassade.

Holzschnitzelheizung

Zudem wird eine neue mit Holz und damit mit nachwachsendem Rohstoff betriebene Hackschnitzelheizung die bisherige Erdgasheizung ersetzen. Auf eine Lüftungsanlage wird verzichtet. Zudem beschloss die Mehrheit weitere Vorgaben für die Sanierung, die weniger Auswirkungen auf die Energieeinsparung haben. So bekommt die Schule ein Edelstahlflachdach. Es werden Aluminium-Kunststofffenster eingebaut. Auch der von der Schule gewünschte Einbau der Garderoben in die Klassenzimmer wurde genehmigt.

Geprüft werden soll der zusätzliche Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Anregungen wie die von Karl-Heinz Schmidt (UsW) vorgeschlagenen Nutzung von Erdwärme (Geothermie) werden wohl keine Chance haben. Hauptgründe: Das relativ alte Gebäude ist dafür nicht geeignet. Zu anderem würde die Umplanung so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass der Baubeginn im nächsten Schuljahr nicht zu halten ist.

Noch offen ist die Frage, was aus der Turnhalle im Deusterpark werden soll. Fest steht, dass die Halle dringend sanierungsbedürftig ist. Es gibt auch ein Energiegutachten. Wann umgebaut und wie teuer das wird, ist noch nicht geklärt.

 

 

ENDLICH!!! LÄNGST ÜBERFÄLLIG!!!

Nachdem der Stadtrat seit vielen Jahren die längst überfällige Schulhaussanierung immer wieder verschoben hat und andere Projekte vorzog, geht's im Sommer endlich los: die Schule wird saniert. Eigentlich wird von der 'alten' Schule wenig übrig bleiben. Während der Arbeiten wird ein Schulbetrieb im Gebäude der DPE natürlich nicht möglich sein, wir werden deshalb in die Marshall-Heights umziehen und für ein Jahr bleiben.

Main Post, Jan. 07

 

4,2 Millionen Euro für die Paul-Eber-Schule  

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Generalsanierung der D.-Paul-Eber-Hauptschule in Kitzingen wird mit 4,2 Millionen Euro eine Million teurer als zunächst geschätzt. Dann die gute: Weil die Stadt an neue Zuschusstöpfe kommt, bleibt die Nettobelastung unterm Strich mit rund 2,2 Millionen gleich.

Neue Zahlen vorgelegt

Die neuen Zahlen zur Sanierung der knapp 40 Jahre alten Schule in der Innenstadt legte Klaus Rützel vom Hochbauamt in der Sitzung des Finanzausschusses des Stadtrats am Donnerstag vor. Und Stadtkämmerer Klaus Rodamer bestätigte sie. Der war bisher von Kosten in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro und einem 35-prozentigen Zuschuss von rund einer Million ausgegangen. Macht unterm Strich 2,2 Millionen für die Stadt. Jetzt stehen die Kosten mit 4,2 Millionen genauer fest. Gleichzeitig aber gibt es eine neues Programm des Freistaats, bei dem die Maßnahme mit bis zu 50 Prozent gefördert werden kann. Kommt die Stadt da rein, bleibt es bei der Nettobelastung von etwa 2,2 Millionen Euro.

Ausweichen möglich

In der Sitzung, an deren Ende sich der Ausschuss generell für die Sanierung aussprach und die ersten Schritte dazu einleitete, präsentierten Rützel und Jürgen Kruckow die Einzelheiten der Maßnahme, die in einem Schuljahr durchgezogen werden soll. Möglich macht das der Abzug der Amerikaner. Während der Bauzeit, die im August 2007 beginnen und bis September 2008 dauern soll, wird die Schule komplett in die seit dem Abzug leer stehende Elementary School in den Marshall Heights umziehen. Die Zufahrt wird über die Bundesstraße 8 erfolgen. Wie Rützel sagte, sei die Versorgung der eigentlich an die bald stillgelegte Ringleitung innerhalb der Wohnanlage angeschlossenen Schule mit Wasser, Strom und Wärme geklärt.

Das Ziel der Sanierung sei die Beseitigung von altersbedingten Mängeln wie: undichtes Dach, veraltete WC-Anlagen und fehlender Brandschutz, so Rützel weiter. Zusätzlich werde der Energiehaushalt des Gebäudes mit neuen Fenstern, Vollwärmeschutz und Flachdachsanierung verbessert. Im Untergeschoss wird die Ganztagsbetreuung mit den dazu erforderlichen Räumen eingeplant. Dazu der Einbau eines Aufzugs, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu ermöglichen. In die Planungsphase seien sowohl die Regierung von Unterfranken als auch die Schulleitung und die Schulverwaltung im Rathaus einbezogen worden.

Im Ausschuss gab es Beifall für die Planung, die das Gebäude von außen kaum verändern wird. Es gab aber auch einige Anregungen: So soll überprüft werden, ob das Flachdach nicht durch ein geneigtes Dach ersetzt werden kann. Einsparmöglichkeiten bei den Fenstern sollen ebenfalls ausgelotet werden.

Main Post vom 15.12.2006

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